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27|06|2015      Vom Opti in die Welle - Interview mit dem 14-jährigen Henri Kolberg


Wind spielte im Leben von Henri Kolberg schon immer eine große Rolle. Jahrelang segelte er aktiv bis in den „Opti“ Landeskader und fuhr jedes Wochenende zu Regatten in ganz Deutschland, Dänemark oder Holland. Doch immer öfter stolpert Henri über Videos von Philip Köster oder Ricardo Campello und hängt im letzten Jahr seine Segelkarriere inkl. Bootsponsor an den Nagel.

Windsurfen in der Welle ist seine neue Leidenschaft, der 14-jährige ist hochmotiviert und springt nach einem Jahr bereits den Frontloop, reitet Wellen ab und arbeitet am Backloop.

Außerdem hat er mit Starboard, Hot Sails Maui, Osprey und Urban Beach schon Support am Start. Ganz schön beachtlich – und Henri hat noch viel mehr vor.



Interview zwischen Henri Kolberg und Tobias Lambrecht (www.windsurfnews.de / APM Marketing)

Ich glaube hier kommt dein erstes richtiges Interview im Windsurfen. Erzähle zum Start mal ein bisschen was über dich. Wo kommst du hier, wie alt bist du, wann und wo bist du zum Windsurfen gekommen? Ich habe gehört du bist schon lange auf dem Wasser unterwegs, auf Wettkampf Ebene aber zuerst auf einem anderen „Gefährt“?

Ich bin 14 Jahre alt und komme aus Schuby, einem kleinem Dorf 10 Minuten mit dem Auto von der Schlei entfernt. Meine Eltern haben ein 10 Meter langes Segelboot mit dem wir oft in die dänische Südsee gesegelt sind - und jedes Jahr einmal zu unserer Lieblingsinsel Anholt im Kattegat segeln. Auf Anholt habe ich dann mit 5 Jahren das erste Mal gesurft und habe das nicht nur auf Anhieb ganz gut hinbekommen, sondern mich auch sofort in diesen Sport verliebt. Zu Weinachten habe ich mir dann mein eigenes Rigg gewünscht und weil mein Vater früher auch ziemlich viel gesurft ist hatte er auch noch ein Board für mich. Dieses Brett war aber ein ziemlich altes Wave Board - und mit 80 Litern war das Ganze schon ziemlich wackelig. In jedem Hafen auf unseren Segeltouren habe ich dann gemeinsam mit meinem Vater Windsurfen geübt, bin mit dem Board oft verzweifelt aber habe nie aufgegeben. Allerdings habe ich dann auch noch selbst zu Segeln begonnen und bin nichtmehr so oft aufs Windsurfboard gekommen weil ich immer mehr auf Opti Regatten unterwegs war.

Hast du Segeln dann richtig professionell betrieben?

Könnte man so sagen. Ich war jedes Wochenende auf Regatten in Deutschland, Dänemark, Holland oder Polen unterwegs. Im Frühling bin ich mit dem Landeskader zum Training nach Spanien geflogen und hatte sogar schon einen Boot Sponsor. Nach der deutschen Meisterschaft im letzten Sommer habe ich das Segeln an den Nagel gehängt und möchte jetzt im Windsurfen Gas geben. Das geht einfach viel mehr ab.

Dein Homespot, die Schlei, bietet ja ganz gute Freestyle Bedingungen. War für dich dennoch sofort klar dass du dich auf die Welle konzentrieren möchtest?

Naja, ich habe Windsurfen eigentlich an einem Wavespot gelernt…Philip Köster hat mich mit seinen Videos erst so richtig dazu gebracht wieder aufs Windsurfboard zu steigen daher war für mich eigentlich immer klar dass ich in Richtung Welle gehen möchte.

Das heißt du hast gar kein „Freestyle Material“ und bist auf der Schlei mit dem Wave Equipment am Start?

Nein ich habe kein Board zum Freestylen. Ich bin schon einige Male ein Freestyle Board gefahren, mag das Fahrgefühl aber einfach nicht. Außerdem bin ich immer noch damit beschäftigt mein Wave Quiver voll zu bekommen.

Wie oft kommst du an gute Wavespots? Du bist mit 14 Jahren schließlich immer auf einen „Shuttle“ angewiesen?

Ich komme leider ziemlich selten in gute Wavebedingungen, aber ich übe eben so gut es geht auf der Schlei. Dieses Jahr in den Osterferien war ich bereits in Klitmøller und konnte richtig gut trainieren. Ansonsten komme ich vielleicht 1x im Monat an Nord und Ostsee, hoffe aber dass sich das in Zukunft ändert.

Welche Manöver hast du in der Welle denn schon drauf?

Den Frontloop kann ich mittlerweile und an den Backloops arbeite ich hart. Natürlich gehört Wellen abreiten auch dazu und macht mir richtig Spaß. Ab und an versuche ich mich auf der Schlei auch mal an einem Freestyle Trick.

Hast du schon eine Wettkampf Teilnahme im Sinn oder heißt es zuerst noch ein wenig trainieren?

Aus meiner aktiven Zeit beim Segeln weiß ich dass ich im Wettkampf einen kühlen Kopf bewahren kann und kaum Lampenfieber habe. Ein DWC würde mich in Zukunft schon einmal reizen und natürlich möchte ich auch irgendwann einmal wie meine Vorbilder Philip Köster oder Ricardo Campello auf der PWA Worldtour starten. Super fände ich zum Beispiel wenn es beim Worldcup in Klitmøller oder Sylt auch eine Jugendwertung wie bei den Kanaren Worldcups geben würde. Da wäre ich sofort am Start – vielleicht klappt das ja in naher Zukunft mal. Ich denke genug Nachwuchsfahrer würden sich auch hier bei uns locker finden. Außerdem habe ich die Jugend WM in Hvide Sande auf meinem Zettel.

Die wärmere Jahreszeit ist hier ja relativ kurz. Da wäre es doch mal super im Winter, wie soviele andere auch, in den Flieger zu steigen?

Ja richtig, das wäre der Hammer. Ich kenne leider aktuell noch nicht wirklich andere Wavespots und möchte das natürlich ändern. Ein halbes Jahr bei meinem Segelsponsor Hot Sails Maui zu verbringen wäre mein Traum – meine Eltern versuchen gerade mir dass zu ermöglichen, doch leider fehlt noch die passende Gastfamilie.

Hast du ein Vorbild im Windsurfen?

Meine Vorbilder sind ganz klar Philip Köster und Ricardo Campello , aber auch Klaas Voget und Leon Jamaer inspirieren mich, vor allem weil es beide aus Norddeutschland auf die PWA Worldtour geschafft haben.

Hast du eine Lieblings Kombi? (Brett/Segelgröße)

Mit dem Starboard Kode Wave 72 und das Hotsails Maui Firelight 3.7 gehe ich am Liebsten aufs Wasser.

Du bist jetzt 14. Wo siehst du dich in 5 Jahren?

In 5 Jahren habe ich hoffentlich gerade mein Abi fertig und kann mich dann voll aufs Windsurfen konzentrieren und die PWA Wave Tour mitfahren.


Autor: ssr-rh, Tobias Lamprecht


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