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[ION PHOTO AWARD | LAKE GARDA | 22. BIS 25.08.2007]
Triple-Weltrekord beim ION PHOTO AWARD 2007
Alle Teampresentation
hier in der Stehsegelrevue » klicke hier
Story: Sandra Schönbein (Judge beim Award)
Der diesjährige ION PHOTO AWARD am Gardasee begann mit einer Neuheit: Konnten (oder mussten) sich die teilnehmenden Teams in den letzten beiden Jahren selbst eine Story zu ihren 20 besten Surf- und Lifestyle-Pics überlegen, so war es dieses Mal ihre Aufgabe, eine Bilderstory zu einer der beim Skippersmeeting vorgestellten drei Themen zu liefern.
Die Neugierde war groß, als die 25 Rider aus Deutschland, Österreich und Italien am Mittwochabend nach und nach in der Villa Cian in Torbole eintröpfelten. Was hatten sich die Organisatoren von der Stehsegelrevue rund um Chefstehsegler Fred Niedner wohl ausgedacht?
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Die Judges: Sandra, Pepe + Hans |
Als Fred auf der Terrasse schließlich zum Mikro griff und sich trotz einer lautstark Geburtstag feiernden italienischen Mädchenclique Gehör verschaffte, warteten alle gespannt auf ihr Motto für die nächsten drei Tage.
Bei der Verkündung des ersten Themas „From Winner to Beginner“ erschien Erleichterung auf vielen Gesichtern. Darunter konnte sich jeder etwas vorstellen und es ließ genug Raum für Interpretation. Beim zweiten Motto „Our way to the craziest world record“ tauchten schon einige Fragezeichen auf den Gesichtern der Rider auf und die dritte mögliche Story „Torbole is looking for the superstar“ hinterließ (trotz makelloser Übersetzung ins Italienische) einige ratlos dreinblickende Rider.
Ich war sehr gespannt, welche der mühsam ausgetüftelten Themen, die Teams wohl wählen würden. Am ersten Abend hielten sich die meisten noch bedeckt und manche suchten erst einmal Inspiration im Caipirinha. Der Abend schien zumindest bei einem Team etwas länger gedauert zu haben: Dessen Rider tauchten am nächsten Tag (zur großen Belustigung der anwesenden Kinder) in gestreiften Schlafanzügen samt Schlafmützen am Surfstrand des Hotel Pier auf. Und gingen so auch aufs Wasser.
Ansonsten waren nur wenige künftige Superstars, Sieger oder Weltrekordler zu entdecken. Die meisten Teams arbeiteten dieses Jahr im Geheimen. Doch am Abend zur Party im Moby Dick waren fast alle acht Teams wieder vollständig da. Die gesponserten Free Drinks von Walter wollte sich niemand entgehen lassen.
Und eine Entdeckung machte ich trotzdem: Eine eindeutige Verjüngung der Surfer-Community. Obwohl der inzwischen zahlreich vorhandene Nachwuchs (der tagsüber eindeutig für die meiste Action sorgte) bereits in die Hotelbetten verfrachtet war, war das Durchschnittsalter deutlich jünger als die Jahre zuvor. Statt dem viagrasüchtigen Old Father Team waren dieses Mal weitaus mehr Rider in der Blüte ihrer besten Jahre angetreten.
Der Freitag bestach leider nicht mit dem vorhergesagten Traumwetter und dem dazu passenden Südwind. So kam es, dass sich die Teams nach der morgendlichen Nordwind-Session wieder in alle Winde verstreuten. Was sie tagsüber taten blieb mir ein Rätsel. Doch scheinbar eine Menge, denn bei der Grillparty an der Conca D’Oro beach bar zeigten die Rider einen erstaunlichen Appetit. Manchen sah ich dreimal in der Schlange am Pasta-Büffet – und erkannte sie später wieder mit gierigem Blick aufs Grillfleisch.
Noch immer hatte ich keine amtliche Statistik, welches Thema das meistgewählte war. Während dem Essen wurde auch klar warum: Neben einigen verschlossenen Geheimnisträgern gab es auch Teams die mir offenbarten, die göttliche Eingebung am nächsten (und letzten) Tag zu erwarten. Ich betete insgeheim nicht nur für einen gnädigen Windgott...
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Markus Keller beim Loopen bei der Speedy Jump Session |
Das Beten half leider nur für die Götter im Norden des Sees. Der nachmittägliche Südwind war eher ein laues Lüftchen. Doch die meisten Rider hatten sich bereits am Morgen ziemlich ausgepowert: Wegen der fehlenden Ora am Freitag war die Speedy-Session auf Samstag Früh verlegt worden. Und nun zeigte es sich, dass es von einigen Ridern wohl gar nicht so unklug gewesen war, sich nach der Grillparty im letzten Rauch der Grillkohle heimlich aus den Staub zu machen. Hinter der Welle des vom Shaka Shop gesponserten gelben Speedy-Boots zeigten sie, was sie drauf hatten. Profi-Fotograf Fiore hatte auf dem Boot mächtig zu tun, um die ganze Action festzuhalten. Schließlich durfte wie die Jahre zuvor jedes Team sich Bilder von ihm besorgen, damit jeder Fahrer an der Jumpsession teilnehmen konnte.
Nachdem wir am Vorabend noch einmal den Teams eingeschärft hatten, dass es nicht nur auf geile Bilder samt Story, sondern auch auf eine gute Präsentation der Diashow in (für alle verständlichem) englisch ankam, brüteten die meisten Fahrer am Nachmittag über ihrem Text und manche knobelten noch, wer ans Mikro durfte. In vielen Fällen dauerte dies etwas länger, so dass Fred und Herbert – der Stehsegler für die Technik – zum vereinbarten Termin zur Bilderabgabe am Conca D’Oro ziemlich allein rum saßen. Erst mit reichlich Verspätung gaben die meisten Teams ihre Fotos ab.
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No Name Team |
Als Roberto Hoffmann das Mikro ergriff und die zahlreich erschienenen Zuschauer aufforderte, sich einen Platz vor der Leinwand zu suchen, fehlten immer die Bilder des Teams Coion – dass dann auch wegen seines Namens (eine Anspielung auf das Wort Idiot) reichlich Spott von Roberto einstecken musste. Der einzig erschiene Coion-Rider Raffi trug ihn mit Fassung. Doch war ihm seine Enttäuschung anzumerken. Nachdem sich bereits letztes Jahr sein Team Pace (Frieden) im internen Krieg aufgelöst hatte, war er diesmal von faulen Teammitgliedern im Stich gelassen worden.
Als der Himmel über dem See dunkel war konnte die Präsentation starten. Wie immer war die Rolle des undankbaren ersten Teams (sowie der weiteren Reihenfolge) von jungfräulichen Glücksfeen ausgelost worden und so musste das Team No Name als erstes auf die Bühne. Sie schlugen sich wacker und präsentierten ihre Beginner to Winner-Story: Ein junger Camper den ersten Surfer seines Lebens und ist völlig fasziniert. Unter Anleitung der schönen Chantal aus Brasilien nimmt er Surfunterricht. Doch mit dem eigenem Brett, ohne Lehrerin will nichts mehr klappen. Zum Glück trifft er zwei routinierte Surfer, die ihn wieder aufbauen – und abfüllen. Zwar mit jeder Menge Restalkohol aber mit neuen Freunden gelang dem jungen Helden am nächsten Morgen sogar ein Loop – seine Eintrittskarte ins ION-Team. Und das letzte Bild sorgte für viele Lacher: Alles, was das neue Team am Leib trug waren vier sehr gezielt platzierte ION-Sticker.
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Team Detonation - Miriam |
Auch das zweite Team hatte das Beginner to Winner Motto gewählt. Allerdings war der Winner des Detonation Teams nicht ein Einzelkämpfer – sie erklärten schlicht alle Surfer am Gardasee zu Gewinnern. Dies untermauerten sie in den schönsten Worten und Bildern, wie z.B. der Traumlandschaft rings um den Gardasee (Foto einer Kläranlage), der kulinarischen Genüsse (halb ausgekratzter Pasta-Topf) und den interessanten Menschen (völlig verkatertes Jury-Mitglied Hans). Dazu gab’s viele ziemlich geile Windsurfpics mit witzigen Erklärungen.
Das dritte Team hatte bereits alle Lacher bevor ein Wort gesprochen oder ein Bild gezeigt wurde. Grund war das Outfit des jüngsten Mitlieds des Team Starboard, Andi Lachauer (16), der in bayerischer Lederhose samt Wamst, Weste und Wadlstrümpfe vors Mikro trat. Passend dazu auch seine Story, die von seinem Team zusätzlich mit handgemalten ergänzt wurde:
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Team Starboard |
Ein Bayernbub will sein Leben ändern und wandert zum Gardasee. Ein Penner verrät ihm den Weg zum Lebensglück: Surfzeug kaufen. Gesagt, getan. Bei Borat ersteht er ein sensationelles Sonderangebot, auf dem auch eine Fußballmannschaft Platz gefunden hätte. Zusammen mit dem Penner macht er sich auf die Suche nach dem richtigen Spot. Leider hat er keine Ahnung von Freestlye – und vom
Surfen an sich, wie die Bilder eindeutig und sehr witzig belegen. Doch er übt fleißig, schließlich hat er die Leute vom ION Photo Award reden hören. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Coole Surf-Shots von Freestyle-Tricks und Sprüngen hinter der Speedy-Welle u.a. auch ein Sprung mit dem Tandemboard, mal wieder ein Bild von der unfreiwilligen Berühmtheit Hans – diesmal völlig verpennt in seinem Schlafbus – und eine Wahnsinns-Aktion, die dem Team letztlich auch den Preis fürs beste Einzel-Foto einbrachte: Zwei Surfer – einer davon in Lederhosen – mit kompletter Ausrüstung auf dem Dach eines fahrenden Busses bei Nacht direkt vor der Windsbar in Torbole.
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Burian vom team Shaka |
Wir waren gespannt, ob man diese Story noch toppen konnte. Während Hans noch jammerte, er hätte Angst sein wahrlich nicht gerade vorteilhaftes Foto als Poster in einem Surfmagazin wieder zu finden, kam das vierte Team auf die Bühne.
Team Shaka präsentierte ebenfalls eine Winner to Beginner-Story und ich begann mich langsam zu fragen, ob überhaupt ein Team ein anderes Thema gewählt hatte. Doch auch dies Winner-Story war wieder anders als alle anderen: Es war die Geschichte des 14jährigen Alex Nicolasi und seinen Ahnen, die bereits vor 40 Jahren das Windsurf-Fieber gepackt hatte. Eine Mischung aus historischen und sensationell nachgestellten Bildern sowie alten Bildern mit heutigen Personen zeigte Großvater Nicolasi beim entwickeln des ersten Surfmaterials, auf dem Weg zum See mit Surfmaterial auf dem Fahrrad, die Entwicklung des Sports, der Familie und die modischen Entgleisungen in den 80ern (u.a. Walter vom Moby mit Schnauzer). Gefolgt von Alex Weg zum Surf-Superstar, um den sich nach grandiosen Actionshots nicht nur die Kids am Beach ringten. Denn „everybody wanted hin“ – auch Mr. Neilpryde, Manfred Rassweiler. Ein Foto, dass für zahlreiche Insiderlacher sorgte.
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Team Windinfo |
Endlich! Das Team Windinfo, das als nächstes an der Reihe war, verkündete, sie wollten uns Torboles neuen Superstar präsentieren. Aus 10.000 sing- und surfwilligen Talenten hatte die Jury die besten herausgefiltert und präsentierte sie in coolen Lifestyle-Pics: Tobias Küblböck, Alexander Schlafs, Rocker Bob Santana und Rapper Sharke Shark vor begeisterten Groupies und Grimassen schneidender Jury auf Torboles Parkbühne. Nach der Verhaftung des bekifften Bob Santana durch das FBI blieben nur noch drei Favoriten, die neben ihrer Bühnenshow auch eine gute Performance auf dem Wasser und beim Feuerspucken boten. Da sich die Jury aber nicht einig wurde, beschloss sie: Superstar kann nur das Windsurfen selbst sein.
Das sechste Team hatte wieder das Winner-Motto gewählt, aber ebenfalls eine ganz eigene Interpretation.
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Team Powernap |
Der Teamname Powernap (Nickerchen, Kurzschlaf) beeinflusste auch die Präsentation. Der erste Redner (im Schlafanzug) musste bereits nach einigen Sätzen das Mikro weitergeben und legte sich für ein zusammen mit zwei weiteren Teamfahrern für ein kurzes Nickerchen vor die Leinwand. Ihre Story begann mit einem Bild der vier Schlafmützen gähnend im Liegestuhl. Ein Freund hatte ihnen erzählt, dass umso mehr Party sie feierten, es umso mehr Wind am Morgen geben würde. Der Wind war da, aber das Powernap-Team sehr müde. Von ihrem Segelboot aus entdeckten sie ein hinreißendes Girl mit äußerst hässlichem Surflehrer. Um sie zu erobern mussten sie Surfen lernen. Sie trainierten hart, waren aber so müde, dass sie auf dem Wasser einschliefen und in einen Felsen krachten. Trotz noch mehr Training konnten sie bei ihr nicht punkten und suchten traurig eine Lösung. Eine Zeitschrift verriet ihnen „a wavepro can even have more girls than a fresstyle pussy“. Da kam der Speedy gerade recht. Und auf gute Lifestylefotos folgten fantastische Windsurfshots mit coolen Jumps über die Speedy-Wellen. Ihr Erfolg? Zwar nicht das eine dafür jede Menge andere Girls wollten die Wavepros. Leider erwachte das Team kurz darauf und stellte enttäuscht fest: Alles nur ein feuchter Traum!
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Dude Team |
Als das letzte Team die Bühne betrat und verkündete, es wolle seinen Weg zum verrücktesten Weltrekord zeigen, war das Publikum wirklich gespannt. An dieses Motto hatte sich sonst keiner gewagt. Konnte das Dude-Team den bisherigen, verdammt guten Präsentationen noch etwas entgegensetzen? Sie konnten: Ihr Plan war es, den Windsurboard-Weitwurfrekord, aufgestellt von Brian Talma im Jahre 1999, zu brechen. 14,04 waren zu übertreffen. Doch trotz redlicher Versuche kam das Team nicht über 14,03 Meter hinaus. Um den Ärger zu verdauen gingen sie erst mal eine Runde Windsurfen. Dabei kam ihnen die Idee für einen ganz neuen Weltrekord: Das Team wollte 24 Stunden alles synchron machen. Alles lief perfekt: Zähne putzen, aufriggen, Windsurfen, Springen, trinken... Doch vor lauter Vorfreude feierten die drei Jungs und ihr Teammädel ein wenig zu viel – und fanden sich mit drückender Blase vor einer Mauer wieder. Das war’s leider mit dem Weltrekord... Doch so schnell wollte das Dude-Team nicht aufgeben und versank in tiefer (kopfüber hängender) Meditation. Die Erleuchtung kam und bescherte dem Team ihren Weltrekord: der erste triple forward loop in der Windsurf-Geschichte, eindrucksvoll mit guten Fotos unter Beweis gestellt.
Danach hatte die Jury eine halbe Stunde Zeit, die Gewinner festzulegen. Eine, wie schon in den Jahren zuvor, nicht einfache Sache. Wir waren verblüfft, wie viele gute und originelle Storys die Teams präsentiert hatten. Vor allem, weil sie in den drei Tagen zuvor sich alle recht wenig – und wenn nur mit relativ bescheiden Worten – hatten blicken lassen. Doch schließlich konnten wir uns einigen und Roberto Hoffmann prämierte die Sieger:
Best Pic: Team Starboard, mit dem Foto der beiden Windsurfer auf dem Busdach
4. Platz: Powernap Team (Marco Bazzanella, Roberto Pompermaier, Fabio Calò, Tilo Eber, Alexander Lipp)
3. Platz: Team Shaka (Burian, Stefen Schmölzer, Nicholas Slijk, Alessio Vincenci)
2. Platz: Team Starboard (Andi Lachauer, Flo Lachauer, Hannes Flaschenträger, Jonas Gorke)
1. Platz: Dude Team (Andi Rosen, Chris Oeser, Stefan Heschl, Corinna Binder)
» klicke hier für die Teampräsentationen
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